Berlin ist Literaturstadt – nicht als Label, sondern als gelebte Realität. Tag für Tag finden in allen Bezirken Lesungen, Diskussionen, Festivals, Werkstätten und andere Vermittlungsformate statt. Sie schaffen Raum für Debatten, bringen Stimmen der Vielfalt auf die Bühne und fördern literarisches Denken als Form gesellschaftlicher Reflexion.
Literatur ist eine soziale Praxis. Sie ermöglicht demokratischen Austausch, stärkt kulturelle Bildung und schafft Räume der Empathie jenseits ökonomischer und ideologischer Logik. Nicht jede:r Berliner:in interessiert sich für Literatur – aber die Literatur verhandelt, was alle Berliner:innen angeht.
Doch obwohl die Sparte in Berlin mit vergleichsweise geringen Mitteln eine enorme Breitenwirkung entfaltet, liegt ihr Anteil am Berliner Kulturhaushalt bei nur 0,66 %. Der Berliner Kulturhaushalt wiederum macht weniger als 2 % des Gesamtetats des Landes aus. Zwischen 1999 und 2016 hat die Literaturförderung real (d. h. inflationsbereinigt) über 25 % an Wert verloren, erst seit einigen Jahren ist ein behutsamer Aufwuchs sichtbar.
Auch wenn die Kürzungen im laufenden Doppelhaushalt für die Literatur nicht so verheerend ausgefallen sind wie zunächst geplant, treffen sie doch eine Kunstform, die seit Jahrzehnten unterfinanziert ist. Bereits kleinere Einschnitte führen zu gravierenden Konsequenzen für Programme, Planungssicherheit, Nachwuchsförderung und Diversitätsstrategien.
Gleichzeitig ist die Berliner Literaturkonferenz (BLK) eine Erfolgsgeschichte: Als einzige Kunstsparte hat sich die Literatur in Berlin solidarisch zwischen Institutionen, Freier Szene und assoziierten Partner:innen organisiert. Dieser Schulterschluss ist in Deutschland einmalig und wird auch von der Politik anerkannt. Wir bündeln Erfahrungen, bündeln Reichweite – und wir bündeln unsere Forderungen.
Die BLK besteht sowohl aus geförderten Institutionen als auch Akteur:innen der Freien Literaturszene. Literaturhäuser und die Freie Szene stellen keine Gegenpole dar. Sie ergänzen sich in der Abbildung und Konstituierung des weithin strahlenden literarischen Lebens der Stadt.
Die Berliner Literaturkonferenz vertritt die Interessen der Berliner Literaturszene gegenüber Politik und Öffentlichkeit und setzt sich für eine verbesserte Literaturförderung insbesondere durch die Berliner Landespolitik ein.
Mitglieder
Die Berliner Literaturkonferenz setzt sich zusammen aus:
Den Literaturhäusern Berlins
- Haus für Poesie
- LesArt
- Literarisches Colloquium Berlin
- Literaturforum im Brecht-Haus
- Literaturhaus Berlin
Akteur·innen der freien Literaturszene Berlins
- Berliner Literarische Aktion
- Brotfabrik Berlin
- Lettrétage
- Netzwerk freie Literaturszene Berlin e.V. (NFLB)
Im NFLB sind diverse Veranstalter·innen der freien Szene organisiert – u. a. alba.lateinamerika lesen e.V. / Buchhändlerkeller e.V. / Kabeljau&Dorsch e.V. / Gesellschaft für Neue Literatur (GNL) e.V. / Autorenforum e.V. / hochroth e.V. / KOOK e.V.
sowie Literaturveranstalter·innen als assoziierte Mitglieder